
- Was ist Elterngeld?
- Wer hat Anspruch auf Elterngeld?
- Die Einkommensgrenze 2026
- Wie hoch ist das Elterngeld?
- Basiselterngeld, ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus
- Steuer-Tipp: Elterngeld und Steuererklärung
- Wie lange wird Elterngeld gezahlt?
- Antrag stellen — wann und wie?
- Elterngeld für Expats in Deutschland
- Mutterschaftsgeld, Elterngeld und Elternzeit — die Unterschiede
- Fazit: Elterngeld frühzeitig planen
Elterngeld ist eine der wichtigsten staatlichen Leistungen für junge Familien in Deutschland — und gleichzeitig eine der am häufigsten falsch verstandenen. Wie viel bekommt man wirklich? Wer hat Anspruch? Und was ist der Unterschied zwischen Basiselterngeld und ElterngeldPlus?
Dieser Guide erklärt alles was du für 2026 wissen musst — mit konkreten Zahlen und Rechenbeispielen.
Was ist Elterngeld?
Das Elterngeld unterstützt Mütter und Väter dabei, Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren zu können. Elterngeld ist eine staatliche Lohnersatzleistung nach dem BEEG (Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz) und muss aktiv beantragt werden — es wird nicht automatisch gezahlt. Ordio
Elterngeld ist kein Almosen sondern ein echter Einkommensersatz: Es soll den Verdienstausfall ausgleichen wenn Eltern nach der Geburt ihre Arbeit unterbrechen oder reduzieren.
Wer hat Anspruch auf Elterngeld?
Anspruch auf Elterngeld haben alle die ihr Kind selbst betreuen und erziehen, mit dem Kind in einem gemeinsamen Haushalt leben, in Deutschland wohnen und nicht mehr als 32 Stunden pro Woche arbeiten. Bundesregierung
Anspruch haben leibliche Eltern, Adoptiveltern und Pflegeeltern in Vollzeitpflege. Auch Stiefeltern und Lebenspartner die das Kind des Partners im gemeinsamen Haushalt betreuen können Elterngeld beantragen. Ordio
Auch ohne vorheriges Einkommen: Wer vor der Geburt nicht gearbeitet hat bekommt den Mindestbetrag von 300 Euro. Das gilt für Studierende, Hausfrauen und -männer und Selbstständige ohne Einkommen.
Die Einkommensgrenze 2026
Die Einkommensgrenze für das Elterngeld bleibt ab 2026 bei 175.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen. Diese Grenze gilt einheitlich für alle — sowohl für verheiratete oder unverheiratete Paare als auch für Alleinerziehende. Wer mit dem eigenen Einkommen oder gemeinsam als Paar über dieser Grenze liegt hat keinen Anspruch mehr auf Elterngeld. Beatvest
Wichtig: Das zu versteuernde Einkommen ist nicht das Bruttoeinkommen. Das zu versteuernde Einkommen wird durch das Finanzamt ermittelt und steht im Steuerbescheid. Es berücksichtigt Freibeträge, Sonderausgaben und andere steuerliche Abzüge. Ordio
Beispiel: Ein Akademikerpaar mit je 90.000 Euro Brutto = 180.000 Euro Brutto zusammen. Nach steuerlichen Abzügen kann das zu versteuernde Einkommen unter 175.000 Euro liegen — und der Anspruch bleibt erhalten.
Wie hoch ist das Elterngeld?
Das Elterngeld beträgt in der Regel 65 bis 67 Prozent — in Ausnahmefällen sogar bis zu 100 Prozent — des durchschnittlichen Nettoeinkommens der letzten 12 Monate vor der Geburt des Kindes. Dabei beträgt es mindestens 300 Euro und maximal 1.800 Euro monatlich. Kindergeld
Die Ersatzrate im Detail:
| Elterngeld-Netto | Ersatzrate |
|---|---|
| Unter 1.000 € | bis zu 100% (Geringverdiener-Bonus) |
| 1.000 – 1.200 € | 67% |
| 1.201 – 2.770 € | 67% sinkend auf 65% |
| Über 2.770 € | 65% (Höchstbetrag: 1.800 €) |
Rechenbeispiele:
| Monatl. Netto vorher | Elterngeld (ca.) |
|---|---|
| 1.500 € | ca. 1.005 € |
| 2.000 € | ca. 1.300 € |
| 2.770 € + | max. 1.800 € |
| Kein Einkommen | 300 € (Mindestbetrag) |
Wichtig — das „Elterngeld-Netto“: Für die Berechnung des Elterngelds wird nicht das tatsächliche Nettogehalt verwendet sondern ein speziell berechnetes „Elterngeld-Netto“. Die Elterngeldstelle nimmt das Bruttoeinkommen und zieht pauschale Abzüge für Steuern und Sozialversicherung ab. MeinElterngeld24 Das kann leicht vom tatsächlichen Auszahlungsbetrag abweichen.

Basiselterngeld, ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus
Es gibt drei Varianten — und die clevere Kombination bringt oft deutlich mehr Geld.
Basiselterngeld (klassisch)
- Höhe: 65–67% des Elterngeld-Netto
- Mindest: 300 Euro / Monat
- Höchst: 1.800 Euro / Monat
- Dauer: Maximal 12 Monate pro Elternteil
- Partnermonate: 2 zusätzliche Monate wenn der zweite Elternteil auch Elterngeld nimmt → 14 Monate gesamt
Neue Regel seit April 2024: Ein gleichzeitiger Bezug des Basiselterngeldes von beiden Elternteilen ist grundsätzlich nur noch maximal für einen Monat und nur innerhalb der ersten zwölf Lebensmonate des Kindes möglich. Bundesregierung
ElterngeldPlus
- Höhe: 50% des Basiselterngeldes (also ca. 32–33% des Nettoeinkommens)
- Mindest: 150 Euro / Monat
- Höchst: 900 Euro / Monat
- Dauer: Maximal 24 Monate (doppelt so lange wie Basiselterngeld)
Für wen lohnt sich ElterngeldPlus? Wer während der Elternzeit in Teilzeit arbeiten möchte fährt mit ElterngeldPlus besser — weil das eigene Teilzeiteinkommen weniger stark angerechnet wird.
Partnerschaftsbonus
Mit dem Partnerschaftsbonus können Eltern jeweils 2, 3 oder 4 weitere Monate ElterngeldPlus beziehen. Wenn beide parallel in Teilzeit arbeiten kann für die Dauer von bis zu 4 Monaten zwischen 150 und 900 Euro im Monat zusätzlich zum eigenen Gehalt hinzukommen. Clockin
Voraussetzung: Beide Elternteile arbeiten gleichzeitig 24–32 Stunden pro Woche.
Steuer-Tipp: Elterngeld und Steuererklärung
Es gibt einen wichtigen Steuer-Tipp: Wer plant Elterngeld zu beziehen sollte seine Steuerklasse rechtzeitig optimieren. Das Elterngeld wird auf Basis des Nettoeinkommens berechnet — und die Steuerklasse beeinflusst das Netto erheblich. MeinElterngeld24
Der Tipp: Wer plant Elterngeld zu beziehen sollte spätestens 7 Monate vor dem geplanten Mutterschutz in Steuerklasse III wechseln wenn er der besserverdienende Partner ist. Das erhöht das Nettoeinkommen im Bemessungszeitraum — und damit das Elterngeld.
Das Elterngeld selbst ist steuerfrei — unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Das bedeutet: Es erhöht deinen Steuersatz auf das restliche Einkommen. Eine Steuererklärung lohnt sich daher im Elterngeld-Jahr fast immer.
Wie lange wird Elterngeld gezahlt?
| Variante | Dauer |
|---|---|
| Basiselterngeld | 12 Monate (14 mit Partnermonaten) |
| ElterngeldPlus | 24 Monate (28 mit Partnermonaten) |
| Kombination | Flexibel — bis 24/28 Monate je nach Mix |
Elterngeld und Elternzeit sind nicht dasselbe: Elternzeit ist die unbezahlte Freistellung vom Arbeitgeber — sie kann bis zu 3 Jahre dauern. Elterngeld wird nur für die ersten 12–14 Monate (Basis) oder 24–28 Monate (Plus) gezahlt.
Antrag stellen — wann und wie?
Die Bearbeitung eines Elterngeldantrags dauert in der Regel 4 bis 8 Wochen nach vollständiger Einreichung. Der Antrag kann nach der Geburt des Kindes bei der zuständigen Elterngeldstelle eingereicht werden — spätestens innerhalb der ersten 3 Lebensmonate für rückwirkende Zahlung. Ordio
Wichtige Punkte:
- Der Antrag muss nach der Geburt gestellt werden — nicht vorher
- Rückwirkend maximal 3 Monate
- Der Antrag wird bei der Elterngeldstelle des jeweiligen Bundeslands eingereicht (nicht beim Arbeitgeber)
- Auch der zweite Elternteil muss einen separaten Antrag stellen
Benötigte Unterlagen:
- Geburtsurkunde des Kindes
- Einkommensnachweise der letzten 12 Monate
- Bescheinigung über Mutterschutzlohn / Mutterschaftsgeld
- Kontonummer für die Auszahlung
Elterngeld für Expats in Deutschland
Als Expat in Deutschland hast du grundsätzlich Anspruch auf Elterngeld — aber es gelten zusätzliche Voraussetzungen.
Ausländische Eltern müssen weitere Voraussetzungen erfüllen. Bundesregierung Konkret:
EU-Bürger: Voller Anspruch wie deutsche Staatsangehörige — sofern du in Deutschland wohnst, arbeitest und dein Kind hier betreuст.
Nicht-EU-Bürger: Anspruch besteht wenn du eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung (Niederlassungserlaubnis) hast oder eine Aufenthaltserlaubnis die zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit berechtigt (z.B. Blaue Karte EU, Aufenthaltserlaubnis zur Arbeit).
Kein Anspruch bei rein touristischem Aufenthalt oder Studentenvisum ohne Arbeitsberechtigung.
Praxistipp: Wende dich an die Elterngeldstelle deines Bundeslandes — die meisten haben mehrsprachiges Beratungsangebot oder englischsprachige Formulare.
Mutterschaftsgeld, Elterngeld und Elternzeit — die Unterschiede
Diese drei Begriffe werden häufig verwechselt:
| Begriff | Was ist es? | Wer zahlt? | Dauer |
|---|---|---|---|
| Mutterschaftsgeld | Einkommensersatz im Mutterschutz | Krankenkasse + AG | 6 Wo. vor + 8 Wo. nach Geburt |
| Elterngeld | Staatl. Einkommensersatz danach | Staat (BMFSFJ) | 12–28 Monate |
| Elternzeit | Unbezahlte Freistellung | Arbeitgeber | Bis 3 Jahre |
Der Mutterschutz (mit Mutterschaftsgeld) beginnt automatisch 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Das Elterngeld schließt direkt danach an.
Fazit: Elterngeld frühzeitig planen

Elterngeld ist eine der großzügigsten Familienleistungen in Deutschland — bis zu 1.800 Euro monatlich für 14 Monate ist ein echter Unterschied. Wer frühzeitig plant — Steuerklasse optimieren, Bemessungszeitraum im Blick behalten, Kombination aus Basiselterngeld und ElterngeldPlus durchrechnen — kann deutlich mehr herausholen.
Der offizielle Elterngeldrechner auf familienportal.de gibt eine erste Schätzung. Für eine genaue Berechnung lohnt sich das persönliche Gespräch mit der Elterngeldstelle.