
- Was ist ein Minijob?
- Die neue Grenze 2026: 603 Euro
- Minijob 2026 — die wichtigsten Zahlen
- Darf ich die 603-Euro-Grenze überschreiten?
- Mehrere Minijobs gleichzeitig?
- Sozialversicherung im Minijob
- Steuern im Minijob
- Deine Rechte als Minijobber
- Minijob neben dem Hauptjob
- Minijob für Expats in Deutschland
- Minijob vs. Midijob — was ist besser?
- Fazit: Minijob 2026 — flexibel aber mit Grenzen
In Deutschland gibt es rund 6,9 Millionen Minijobber — damit ist der Minijob eine der häufigsten Beschäftigungsformen überhaupt. Zum 1. Januar 2026 ist die Verdienstgrenze gestiegen. Was das für dich bedeutet und welche Rechte du als Minijobber hast — alles in diesem Guide.
Was ist ein Minijob?
Ein Minijob ist eine sogenannte geringfügige Beschäftigung. Es gibt zwei Arten: Die Entgeltgeringfügigkeit (Verdienstgrenze) und die Zeitgeringfügigkeit (max. 70 Tage oder 3 Monate im Jahr). Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
In diesem Guide geht es um die häufigste Form — den Entgelt-Minijob, also den klassischen „Mini-Job“ mit einer monatlichen Verdienstgrenze.
Die neue Grenze 2026: 603 Euro
Die Geringfügigkeitsgrenze ist zum 1. Januar 2026 auf 603 Euro monatlich gestiegen. Grund ist der neue gesetzliche Mindestlohn von 13,90 Euro. Die Jahresobergrenze liegt nun bei 7.236 Euro. Ad Hoc News
Warum steigt die Grenze automatisch? Die Verdienstgrenze ist seit Oktober 2022 dynamisch an den Mindestlohn gekoppelt. Das bedeutet: Steigt der Mindestlohn erhöht sich automatisch die Minijob-Grenze. So bleibt die Arbeitszeit konstant auch wenn die Löhne steigen. Haufe Akademie
Ausblick 2027: Ab 2027 erhöht sich die Grenze auf 7.596 Euro (12 × 633 Euro) da der Mindestlohn auf 14,60 Euro steigt. Deutsche Handwerks-Zeitung
Minijob 2026 — die wichtigsten Zahlen
| Kennzahl | 2026 |
|---|---|
| Verdienstgrenze monatlich | 603 € |
| Verdienstgrenze jährlich | 7.236 € |
| Mindestlohn | 13,90 €/Stunde |
| Max. Arbeitsstunden/Monat | ca. 43 Stunden |
| Midijob-Untergrenze | 603,01 € |
| Midijob-Obergrenze | 2.000 € |

Darf ich die 603-Euro-Grenze überschreiten?
Ja — aber nur ausnahmsweise:
Es ist kein Problem wenn der Monatslohn einmal über der Grenze liegt. Entscheidend ist dass die Grenze im Jahresdurchschnitt eingehalten wird und der Arbeitslohn nicht erheblich schwankt. Wer kurzfristig Kolleginnen oder Kollegen vertreten muss zum Beispiel wegen Krankheit oder Urlaub darf bis zu zwei Monate im Jahr das Doppelte der üblichen Monatsgrenze verdienen. Bund der Steuerzahler
Das bedeutet: In bis zu zwei Monaten pro Jahr sind bis zu 1.206 Euro erlaubt — wenn der Rest des Jahres entsprechend darunter liegt.
Bei dauerhafter oder häufiger Überschreitung wird die Beschäftigung sozialversicherungspflichtig — dann müssen Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung gezahlt werden. Haufe Akademie
Mehrere Minijobs gleichzeitig?
Grundsätzlich dürfen Minijobber mehrere Minijobs haben. Wichtig: Die Gesamtgrenze von 603 Euro pro Monat gilt für alle Minijobs zusammen. Haufe Akademie
Beispiel: Du verdienst in Job A 350 Euro und in Job B 200 Euro — zusammen 550 Euro, also noch unter der Grenze. Kein Problem.
Aber: Sobald die Summe aller Minijobs über 603 Euro liegt wird der zuletzt aufgenommene Job sozialversicherungspflichtig.
Arbeitnehmer sind verpflichtet ihren Arbeitgeber über jede weitere Beschäftigung zu informieren. Nur so können alle Arbeitgeber eine korrekte sozialversicherungsrechtliche Beurteilung vornehmen. Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Sonderfall: Man kann einen regulären Minijob mit einer kurzfristigen Beschäftigung kombinieren. Die kurzfristige Beschäftigung wird nicht auf die Verdienstgrenze angerechnet solange sie wirklich nur 70 Arbeitstage oder drei Monate pro Jahr dauert. Haufe Akademie
Sozialversicherung im Minijob
Das ist der wichtigste Unterschied zum normalen Job:
Die Beiträge zur Sozialversicherung zahlt ausschließlich der Arbeitgeber — er darf diese Beiträge also nicht vom Lohn abziehen. DGB
Der Arbeitgeber führt insgesamt höchstens 31,47 Prozent der Minijob-Entlohnung ab: 15 Prozent für die Rentenversicherung, 13 Prozent für die Krankenversicherung sowie Umlagen und Steuern. Deutsche Handwerks-Zeitung
Als Minijobber bist du also:
- ❌ Nicht krankenversichert über den Minijob
- ❌ Nicht pflegeversichert
- ❌ Nicht arbeitslosenversichert
- ⚠️ Teilweise rentenversichert (mit Option zum Befreien)
Wichtig: Minijobber sind nicht automatisch krankenversichert. Ad Hoc News Du brauchst also eine eigene Krankenversicherung — entweder über deinen Hauptjob, über Familienversicherung oder eine eigene Mitgliedschaft.
Rentenversicherung — opt-out möglich
Im Minijob zahlst du automatisch einen kleinen Eigenanteil zur Rentenversicherung. Du kannst dich aber davon befreien lassen — dann bekommst du den Bruttolohn vollständig ausgezahlt. Beachte aber: Dann sammelst du keine Rentenpunkte.
Steuern im Minijob
Nein auch der Minijob muss versteuert werden. Sie haben hier jedoch die Wahlmöglichkeit. Aktuell Lohnsteuerhilfeverein
Option 1 — Pauschalsteuer 2%: Steuerlich kann der Arbeitslohn pauschal mit zwei Prozent versteuert werden. Diese Pauschsteuer übernehme in der Praxis meist der Arbeitgeber. Bund der Steuerzahler
Wenn der Arbeitgeber die Steuer trägt: Du bekommst den vollen Betrag — keine weiteren Pflichten.
Option 2 — Individuelle Besteuerung: Wird der Lohn nach deiner persönlichen Steuerklasse besteuert. Das kann günstiger sein wenn dein Gesamteinkommen sehr niedrig ist.
Liegt das Gesamteinkommen zusammen mit dem Minijob über dem Grundfreibetrag ist die 2-prozentige Pauschalversteuerung meist günstiger als der persönliche Steuersatz. Aktuell Lohnsteuerhilfeverein
Muss der Minijob in der Steuererklärung angegeben werden? Wurde der Arbeitslohn vom Arbeitgeber pauschal versteuert muss der Verdienst nicht in der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Die steuerlichen Pflichten gelten damit als erfüllt. Bund der Steuerzahler
Deine Rechte als Minijobber
Das überrascht viele — aber als Minijobber hast du dieselben arbeitsrechtlichen Grundrechte wie Vollzeitbeschäftigte:
Arbeitsrechtlich gelten die gleichen Regelungen zum Kündigungsschutz und du hast unter anderem Anspruch auf Mindestlohn, Erholungsurlaub und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Aktuell Lohnsteuerhilfeverein
Im Einzelnen:
✅ Mindestlohn: Der allgemeine gesetzliche Mindestlohn gilt selbstverständlich auch für Minijobber. Das bedeutet: Dir müssen pro Stunde mindestens 13,90 Euro (Stand 2026) ausgezahlt werden. DGB
✅ Urlaub: Als Minijobber hast du anteiligen Urlaubsanspruch — proportional zu deinen Arbeitstagen pro Woche.
✅ Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: Wenn du krank bist zahlt dein Arbeitgeber für bis zu 6 Wochen weiter.
✅ Kündigungsschutz: Das allgemeine Kündigungsschutzgesetz gilt auch für Minijobs in Betrieben mit mehr als 10 Mitarbeitern nach 6 Monaten Beschäftigung.
✅ Mutterschutz: Schwangere Minijobberinnen haben vollen Mutterschutz.
Minijob neben dem Hauptjob
Du hast einen normalen sozialversicherungspflichtigen Job und möchtest nebenbei einen Minijob machen? Das ist möglich — mit wichtiger Regelung:
Ein Minijob neben dem Hauptjob ist steuerfrei möglich. Der erste Minijob neben einem Hauptjob bleibt sozialversicherungsfrei.
Steuerklasse 6: Ein Nebenjob-Minijob wird nach Steuerklasse 6 besteuert wenn er nicht pauschal versteuert wird — das bedeutet hohe Steuerabzüge. Daher lohnt sich fast immer die Pauschalversteuerung durch den Arbeitgeber.
Mehrere Minijobs neben dem Hauptjob: Der erste Minijob bleibt frei, alle weiteren werden zum Hauptjob addiert und sind dann sozialversicherungspflichtig.
Minijob für Expats in Deutschland
Als Expat kannst du in Deutschland einen Minijob ohne besondere Einschränkungen annehmen — wenn du legal hier arbeitsberechtigt bist.
EU-Bürger: Volle Arbeitserlaubnis — Minijob problemlos möglich.
Nicht-EU-Bürger: Hängt vom Aufenthaltstitel ab. Die meisten Arbeitserlaubnisse erlauben Minijobs — prüfe deinen Aufenthaltstitel oder frage deine Ausländerbehörde.
Krankenversicherung nicht vergessen: Als Minijobber bist du nicht über den Job versichert. EU-Bürger mit EHIC aus dem Heimatland sind in Notfällen abgesichert — aber für reguläre ärztliche Versorgung brauchst du eine deutsche Versicherung.
Steuernummer: Du brauchst eine Steueridentifikationsnummer. Die bekommst du automatisch nach der Anmeldung beim Einwohnermeldeamt.
Minijob vs. Midijob — was ist besser?
| Minijob | Midijob | |
|---|---|---|
| Verdienst | bis 603 €/Monat | 603,01–2.000 €/Monat |
| Sozialversicherung | Nein (außer opt. RV) | Ja (reduzierte Beiträge) |
| Nettolohn | Meist brutto = netto | Abzüge, aber voller Schutz |
| Krankenversicherung | Nicht enthalten | ✅ Enthalten |
| Rentenansprüche | Minimal | ✅ Vollständig |
Fazit: Wer auf volle Sozialversicherung angewiesen ist oder langfristig Rentenansprüche aufbauen möchte ist mit einem Midijob besser bedient — auch wenn die Nettosumme etwas geringer ist.
Fazit: Minijob 2026 — flexibel aber mit Grenzen

Der Minijob ist eine der flexibelsten Arbeitsformen in Deutschland. 603 Euro im Monat steuerfrei bei 43 Stunden Arbeitszeit — das klingt attraktiv. Aber vergiss nicht: Du bist nicht krankenversichert und baust kaum Rentenansprüche auf.
Für Studierende, Rentner oder Menschen mit Hauptjob als Ergänzung ist der Minijob ideal. Als einzige Einkommensquelle reicht er langfristig nicht.