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Handyvertrag in Deutschland: Was du wissen musst

Person nutzt ihr Smartphone mit einem deutschen Mobilfunkvertrag in einem modernen Wohnzimmer

Ein Mobilfunkvertrag gehört in Deutschland zum modernen Alltag wie ein Girokonto oder eine Krankenversicherung – kaum jemand kommt ohne ihn aus. Doch der deutsche Mobilfunkmarkt ist komplex, die Tarifstrukturen oft undurchsichtig, und viele Menschen zahlen monatlich deutlich mehr als nötig – entweder weil sie in einem alten Vertrag feststecken, der neue Angebote nicht berücksichtigt, oder weil sie beim Vertragsabschluss nicht ausreichend auf die Details geachtet haben. Gleichzeitig ist der Abschluss eines Handyvertrags für Neuankömmlinge und Expats in Deutschland mit besonderen Hürden verbunden – von SCHUFA-Anforderungen bis hin zu sprachlichen Barrieren. In diesem Beitrag erklären wir dir ausführlich, welche Arten von Handyverträgen es in Deutschland gibt, worauf du beim Abschluss achten musst, wie du Roaming in der EU nutzt, wie du einen Vertrag richtig kündigst und wie du den für dich besten Tarif findest.

Deutschland hat drei große Netzbetreiber, die eigene Mobilfunknetze betreiben:

Deutsche Telekom betreibt das T-Mobile-Netz und gilt als Netzqualitätsführer – insbesondere im ländlichen Raum und bei der 5G-Abdeckung. Die Telekom ist in der Regel teurer als die Konkurrenz, bietet dafür aber die breiteste Netzabdeckung.

Vodafone ist der zweitgrößte Netzbetreiber in Deutschland und bietet ebenfalls eine gute Netzabdeckung, vor allem in städtischen Gebieten.

Telefónica (o2) ist der drittgrößte Netzbetreiber und bekannt für günstigere Tarife – allerdings war die Netzqualität in der Vergangenheit in einigen Regionen schwächer als bei den anderen beiden Anbietern.

Neben diesen drei Netzbetreibern gibt es zahlreiche virtuelle Netzbetreiber (MVNOs) – also Anbieter, die keine eigenen Netze betreiben, sondern die Infrastruktur der drei großen Netzbetreiber mieten und eigene Tarife anbieten. Bekannte MVNOs in Deutschland sind zum Beispiel Aldi Talk (Telefónica-Netz), freenet (verschiedene Netze), congstar (Telekom-Netz), EDEKA mobil und viele weitere. Diese MVNOs bieten häufig sehr günstige Tarife und sind besonders für preisbewusste Nutzer attraktiv.

In Deutschland gibt es drei grundlegende Arten von Mobilfunkverträgen, die sich in Laufzeit, Kosten und Flexibilität erheblich unterscheiden:

Der klassische Laufzeitvertrag ist die am häufigsten abgeschlossene Vertragsform in Deutschland. Er hat eine Mindestlaufzeit von in der Regel 24 Monaten – in einigen Fällen auch 12 Monate – und wird nach Ablauf der Mindestlaufzeit automatisch verlängert, wenn du nicht rechtzeitig kündigst.

Laufzeitverträge bieten in der Regel die günstigsten monatlichen Grundgebühren und werden oft in Kombination mit einem Smartphone zu einem günstigen Gerätpreis oder sogar kostenlos angeboten. Das erscheint auf den ersten Blick verlockend – aber Achtung: Das Smartphone ist natürlich nicht wirklich kostenlos, sondern wird über die monatlichen Gebühren mitfinanziert. Ein Vergleich mit dem reinen Tarif-Preis plus separatem Gerätekauf zeigt, ob das Gesamtangebot wirklich günstig ist.

Der Nachteil von Laufzeitverträgen ist die fehlende Flexibilität: Wer innerhalb der Mindestlaufzeit wechseln möchte, muss die restlichen Monatsbeiträge in der Regel bis zum Vertragsende zahlen.

Monatsverträge – auch als monatlich kündbare Verträge bekannt – sind flexibler als Laufzeitverträge. Sie können jeden Monat mit einer Kündigungsfrist von in der Regel vier Wochen zum Monatsende gekündigt werden.

Der Preis für diese Flexibilität ist ein in der Regel höherer monatlicher Grundpreis im Vergleich zu einem gleichwertigen Laufzeitvertrag. Für Menschen, die häufig den Anbieter wechseln, nur vorübergehend in Deutschland sind oder einfach maximale Flexibilität wünschen, sind Monatsverträge dennoch eine attraktive Option.

Monatsverträge sind besonders empfehlenswert für Expats, die noch nicht wissen, wie lange sie in Deutschland bleiben, oder für Menschen, die regelmäßig von neuen Tarifangeboten profitieren möchten.

Eine Prepaid-SIM-Karte ist die einfachste und flexibelste Mobilfunkoption. Du kaufst eine SIM-Karte, lädst ein Guthaben auf und bezahlst nur das, was du tatsächlich nutzt – ohne monatliche Grundgebühr und ohne vertragliche Bindung.

Prepaid-Karten eignen sich besonders für Menschen mit geringem Telefonbedarf, für Neuankömmlinge in Deutschland, die schnell eine funktionierende Nummer brauchen, und für Menschen, die kein Kreditrating oder keine SCHUFA-Auskunft haben.

Seit dem 1. Dezember 2021 müssen Prepaid-Karten in Deutschland mit einer verifizierten Identität verknüpft werden – eine einfache Online-Registrierung mit Lichtbildausweis ist erforderlich. Das gilt für alle neuen Prepaid-Aktivierungen.

Ein Mobilfunkvertrag in Deutschland enthält in der Regel folgende Leistungen:

Datenvolumen: Das monatliche Datenvolumen ist einer der wichtigsten Parameter beim Tarifvergleich. Die meisten Tarife bieten zwischen 5 GB und unbegrenztes Datenvolumen. Nach Verbrauch des inkludierten Datenvolumens wird die Verbindungsgeschwindigkeit in der Regel auf 32 oder 64 kbps gedrosselt – das reicht für einfache Kommunikation, aber nicht für Streaming oder Downloads.

Telefonie und SMS: Die meisten modernen Tarife in Deutschland enthalten eine Allnet-Flat – also unbegrenzte Telefonate und SMS in alle deutschen Netze. Das war früher ein teures Extra, ist heute aber Standard in nahezu allen Tarifen.

Netzstandard: Prüfe, ob der Tarif 4G/LTE und idealerweise 5G beinhaltet. In Ballungsgebieten ist 5G zunehmend verfügbar und bietet erheblich schnellere Übertragungsraten.

EU-Roaming: Innerhalb der EU gilt seit 2017 das Prinzip „Roam Like at Home“ – du kannst dein deutsches Datenkontingent in allen EU-Ländern und einigen weiteren Ländern ohne zusätzliche Kosten nutzen. Allerdings gibt es bei manchen Tarifen Fair-Use-Grenzen für das EU-Roaming. Dazu mehr weiter unten.

Mehrwertdienste: Achte auf mögliche kostenpflichtige Mehrwertdienste, die standardmäßig im Vertrag aktiviert sind. Diese können unbemerkt hohe Zusatzkosten verursachen.

Ein Laufzeitvertrag erfordert in Deutschland in der Regel eine SCHUFA-Auskunft. Wer einen negativen SCHUFA-Eintrag hat oder wie viele Expats gar keine SCHUFA-Geschichte besitzt, kann beim Abschluss eines Laufzeitvertrags auf Schwierigkeiten stoßen.

Als Expat ohne SCHUFA-Eintrag gibt es folgende Optionen:

Prepaid-SIM-Karte: Die einfachste und sofort verfügbare Option. Keine SCHUFA-Prüfung, keine Mindestlaufzeit, sofort aktivierbar. Ideal für die erste Zeit nach der Ankunft in Deutschland.

Monatsvertrag: Manche Anbieter verlangen auch für Monatsverträge eine SCHUFA-Prüfung – aber nicht alle. Es lohnt sich, mehrere Anbieter zu vergleichen.

Laufzeitvertrag nach Aufbau einer SCHUFA-Geschichte: Sobald du ein deutsches Girokonto eröffnet und erste SCHUFA-Einträge angesammelt hast, ist der Abschluss eines Laufzeitvertrags in der Regel problemlos möglich. Bei der DKB kannst du schnell und unkompliziert ein Girokonto eröffnen und damit deine SCHUFA-Geschichte beginnen.

Anbieter ohne SCHUFA-Prüfung: Manche Discountanbieter und MVNOs verzichten auf die SCHUFA-Prüfung. Solche Angebote finden sich häufig bei Prepaid-Anbietern oder Discountern.

Wer mit einem deutschen Handyvertrag ins europäische Ausland reist, profitiert von der EU-Roaming-Verordnung. Seit Juni 2017 gilt in der gesamten EU sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen das Prinzip „Roam Like at Home“: Du kannst dein deutsches Datenkontingent, deine Telefonminuten und deine SMS im EU-Ausland nutzen, ohne zusätzliche Kosten zu zahlen.

Das bedeutet konkret: Wenn dein Tarif in Deutschland eine Allnet-Flat und 20 GB Daten enthält, kannst du im EU-Ausland dieselben Leistungen nutzen – ohne Roaming-Aufschläge.

Fair-Use-Grenzen beim EU-Roaming:

Allerdings gibt es eine wichtige Einschränkung: Wenn du dich dauerhaft oder überwiegend im EU-Ausland aufhältst – also mehr Zeit im Ausland als in Deutschland verbringst –, können Anbieter eine Fair-Use-Obergrenze für das Datenroaming anwenden. Die genaue Regelung variiert je nach Anbieter und Tarif.

Außerdem gilt das EU-Roaming nicht für alle Anbieter gleich – günstige Discounttarife haben manchmal niedrigere Fair-Use-Grenzen. Prüfe die Roaming-Konditionen in den allgemeinen Geschäftsbedingungen deines Anbieters.

Roaming außerhalb der EU:

Außerhalb der EU – also zum Beispiel in der Türkei, den USA oder Asien – gilt das EU-Roaming nicht. Dort fallen in der Regel erhebliche Roaming-Gebühren an, wenn du dein deutsches Handy nutzt. Für längere Reisen außerhalb der EU ist eine lokale SIM-Karte oder eine internationale Roaming-Option die günstigere Alternative.

Wenn du den Anbieter wechselst, hast du in Deutschland das Recht, deine bisherige Handynummer zum neuen Anbieter mitzunehmen – das nennt sich Rufnummernportierung oder Nummernmitnahme. Das ist ein gesetzlich verankertes Recht.

Der Prozess ist einfach: Du gibst beim Abschluss des neuen Vertrags an, dass du deine bestehende Nummer mitbringen möchtest, und teilst dem neuen Anbieter deine bisherige Nummer und den Namen des alten Anbieters mit. Der neue Anbieter kümmert sich dann um die Portierung – du musst nicht selbst beim alten Anbieter kündigen, sondern kannst das über die Nummernportierung erledigen.

Die Portierung dauert in der Regel wenige Werktage. Für einen kurzen Zeitraum kann es sein, dass dein Handy keine Verbindung hat – halte dich dafür bereit.

Wichtig: Die Portierungsanfrage kündigt automatisch den alten Vertrag zum Ende der Mindestlaufzeit – sofern du diese schon erfüllt hast. Hast du die Mindestlaufzeit noch nicht abgelaufen, bleibt der alte Vertrag bestehen und du zahlst doppelt bis zum Ende der Laufzeit.

Die Kündigung eines Handyvertrags in Deutschland ist mit bestimmten Fristen und Formvorschriften verbunden, die du kennen solltest.

Kündigungsfrist: Die gesetzliche Kündigungsfrist für Handyverträge beträgt einen Monat zum Ende der Mindestlaufzeit oder zum Ende eines jeden Verlängerungszeitraums. Wenn dein 24-monatiger Vertrag am 31. März endet, musst du also spätestens am 28. Februar kündigen.

Vergleichsinfografik der drei Handyvertragsarten in Deutschland 2026 – Laufzeitvertrag, Monatsvertrag und Prepaid nach Laufzeit, Kosten und Eignung

Automatische Verlängerung begrenzt: Seit einer Änderung im Telekommunikationsgesetz dürfen sich Verträge nach der Mindestlaufzeit nur noch auf unbestimmte Zeit verlängern – nicht mehr automatisch um zwölf oder 24 Monate. Das bedeutet: Auch wenn du die Kündigung versäumst, kannst du nach Ende der Mindestlaufzeit monatlich kündigen.

Form der Kündigung: Die Kündigung muss in Textform erfolgen – also per E-Mail, Brief, Fax oder über das Online-Kundenportal des Anbieters. Eine mündliche Kündigung per Telefon ist nicht ausreichend, obwohl viele Anbieter auch telefonisch Kündigungen entgegennehmen.

Außerordentliche Kündigung: Bei einer erheblichen Preiserhöhung, gravierenden Vertragsverletzungen durch den Anbieter oder einem dauerhaften Empfangsproblem hast du das Recht zur außerordentlichen Kündigung ohne Einhaltung der Mindestlaufzeit. Auch bei einem Wohnort- oder Arbeitgeberwechsel, der dazu führt, dass das Netz am neuen Ort nicht verfügbar ist, kann eine außerordentliche Kündigung möglich sein.

Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhungen: Wenn dein Anbieter die monatliche Grundgebühr oder andere Leistungsbestandteile erhöht, hast du das Recht zur Sonderkündigung ohne Einhaltung der Mindestlaufzeit – und zwar innerhalb von drei Monaten nach Bekanntgabe der Preiserhöhung.

Der Tarifvergleich für Handyverträge in Deutschland kann überwältigend sein – hunderte von Anbietern und Tarifen, ständig wechselnde Angebote und versteckte Kosten machen den Vergleich schwierig. Folgende Kriterien solltest du beim Vergleich besonders beachten:

Datenvolumen: Wie viel Datenvolumen benötigst du monatlich? Überprüfe deine aktuellen Verbrauchsdaten in den Einstellungen deines Smartphones – viele Menschen überschätzen ihren Bedarf und zahlen für Volumen, das sie nie nutzen. Oder sie unterschätzen ihn und werden regelmäßig gedrosselt.

Netzqualität in deiner Region: Die Netzqualität der verschiedenen Anbieter variiert stark je nach Region. In Städten sind alle drei großen Netze gut ausgebaut, auf dem Land kann die Qualität erheblich schwanken. Prüfe die Netzabdeckung deines Wohnorts auf den Karten der Bundesnetzagentur oder der einzelnen Anbieter.

Tatsächliche Gesamtkosten: Rechne immer die Gesamtkosten über die gesamte Mindestlaufzeit aus. Ein Tarif mit einem günstigen monatlichen Preis, aber einem teuren Anschlusspaket oder einem teuren enthaltenen Smartphone kann insgesamt teurer sein als ein scheinbar teurerer reiner SIM-Tarif.

Anschlussgebühr: Viele Laufzeitverträge verlangen eine einmalige Anschlussgebühr von 30 bis 50 Euro. Diese ist verhandelbar – viele Anbieter erlassen sie bei Nachfrage oder im Rahmen von Aktionen.

Drosselgeschwindigkeit: Achte darauf, mit welcher Geschwindigkeit dein Tarif nach Verbrauch des inkludierten Datenvolumens weiterläuft. 32 kbps reicht kaum für E-Mails, 64 kbps ermöglicht einfache WhatsApp-Nutzung. Manche Premium-Tarife bieten nach Verbrauch noch 384 kbps oder 1 Mbps – das ist ein erheblicher Komfortunterschied.

Mehrwertdienste und Drittanbieterkosten: Prüfe, ob der Vertrag eine Sperre für Drittanbieterkosten enthält. Ohne diese Sperre können Abonnements oder Dienste, die versehentlich über die Handyrechnung abonniert werden, erhebliche Kosten verursachen. Beantrage beim Abschluss immer eine Drittanbieter-Sperre.

Roaming-Konditionen: Wenn du regelmäßig ins EU-Ausland reist, prüfe die Fair-Use-Grenzen und die Konditionen für Roaming außerhalb der EU.

Einen umfassenden und aktuellen Vergleich aller Handytarife in Deutschland findest du bei CHECK24. Das Portal ermöglicht einen schnellen Vergleich nach allen relevanten Kriterien und wird täglich aktualisiert.

Als Verbraucher in Deutschland hast du beim Abschluss eines Handyvertrags und während der Vertragslaufzeit eine Reihe von starken Rechten:

Widerrufsrecht: Wenn du einen Handyvertrag online, per Telefon oder an der Haustür abschließt, hast du ein 14-tägiges Widerrufsrecht ohne Angabe von Gründen. Du kannst den Vertrag also innerhalb von 14 Tagen nach Abschluss kostenfrei widerrufen – auch wenn du das Smartphone bereits ausgepackt hast.

Recht auf Entstörung: Wenn dein Netz dauerhaft schlechte Qualität liefert oder vollständig ausfällt, hast du das Recht, dass der Anbieter das Problem behebt. Bei dauerhaften Ausfällen oder erheblichen Qualitätsmängeln kann unter Umständen eine Minderung der monatlichen Gebühr oder eine außerordentliche Kündigung in Frage kommen.

Preiserhöhungen: Einseitige Preiserhöhungen durch den Anbieter berechtigen dich zur Sonderkündigung. Der Anbieter muss dich über Preiserhöhungen mindestens einen Monat im Voraus informieren.

Transparente Kosten: Der Anbieter ist verpflichtet, alle Kosten transparent und vollständig auszuweisen – einschließlich der Gesamtkosten über die Mindestlaufzeit.

Für rechtliche Unterstützung bei Streitigkeiten mit dem Mobilfunkanbieter – zum Beispiel bei ungerechtfertigten Rechnungen, einer verweigerten Kündigung oder mangelhafter Netzqualität – bietet KS Auxilia kompetenten Rechtsschutz auch im Bereich des Telekommunikationsrechts.

Immer mehr Smartphones unterstützen die eSIM – eine digitale SIM-Karte, die direkt ins Gerät eingebaut ist und per Download aktiviert wird. Eine eSIM benötigt keine physische Karte und kann schnell und einfach für verschiedene Tarife oder Anbieter konfiguriert werden.

Viele deutsche Mobilfunkanbieter unterstützen inzwischen eSIMs – darunter die Telekom, Vodafone, Telefónica und einige MVNOs. Wenn dein Smartphone eSIM-fähig ist, kannst du damit:

Schnell und ohne Wartezeiten einen neuen Tarif aktivieren – kein Warten auf eine physische SIM-Karte. Im Ausland einfach eine lokale eSIM dazubuchen, ohne die Hauptnummer zu wechseln. Dual-SIM nutzen – also zwei Nummern oder Tarife auf einem Gerät gleichzeitig aktiv halten.

Für Expats ist die eSIM besonders praktisch: Bei der Ankunft in Deutschland kann schnell eine temporäre eSIM-Prepaid-Karte aktiviert werden, während man gleichzeitig die Heimatnummer behält.

Eine wichtige Entscheidung beim Handyvertrag ist die Wahl zwischen einem SIM-only-Tarif (Vertrag ohne Gerät) und einem Tarif inklusive Smartphone.

SIM-only-Tarife sind reine Tarife ohne enthaltenes Gerät. Sie sind in der Regel deutlich günstiger als Verträge mit Smartphone und bieten in vielen Fällen mehr Flexibilität, da sie häufig als Monatsverträge verfügbar sind.

Verträge mit Gerät enthalten ein Smartphone zu einem Sonderpreis. Das erscheint günstig, ist aber oft eine optische Täuschung: Das Gerät wird de facto über die monatliche Rate mitfinanziert, und die Gesamtkosten über die 24-monatige Mindestlaufzeit sind nicht selten höher als beim Kauf eines refurbished oder günstigeren Geräts plus einem günstigen SIM-only-Tarif.

Als Faustregel gilt: Vergleiche immer die Gesamtkosten über die Mindestlaufzeit – Grundgebühr mal Anzahl der Monate plus Anschlussgebühr plus Gerätepreis (bei Verträgen ohne Gerät den Marktpreis des Geräts dazuaddieren). Nur so bekommst du ein realistisches Bild davon, welches Angebot tatsächlich günstiger ist.

Person nutzt zufrieden ihr Smartphone mit dem richtigen Handyvertrag in Deutschland

Viele Anbieter haben spezielle Studententarife oder günstigere Tarife für junge Menschen im Angebot. Diese beinhalten oft mehr Datenvolumen zu günstigeren Preisen als reguläre Tarife. Um einen Studententarif zu nutzen, musst du in der Regel einen gültigen Studentenausweis oder eine Immatrikulationsbescheinigung vorlegen.

Auch Prepaid-Tarife von Discountern wie Aldi Talk, Lidl Connect oder Norma Mobil bieten sehr günstige Einstiegstarife, die für Studenten mit geringerem Budget attraktiv sind.

In bestimmten Situationen kann ein Smartphone oder Mobilfunkvertrag steuerlich abgesetzt werden:

Berufliche Nutzung: Wenn du dein Smartphone überwiegend beruflich nutzt, können die Kosten als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Der absetzbare Anteil richtet sich nach dem tatsächlichen beruflichen Nutzungsanteil. Bei einem Nutzungsanteil von 50 % kannst du 50 % der Vertragskosten absetzen.

Firmenwagen mit Handy: Wenn dein Arbeitgeber dir ein Diensthandy zur Verfügung stellt, das du auch privat nutzen darfst, entsteht in der Regel ein geldwerter Vorteil, der versteuert werden muss. Allerdings gilt für Diensthandys eine Pauschalversteuerung, die in der Praxis oft günstig ist.

Selbstständige: Selbstständige können Handykosten, die beruflich veranlasst sind, vollständig als Betriebsausgaben absetzen.

Mit WISO Steuer kannst du die berufliche Nutzung deines Smartphones und die damit verbundenen Kosten korrekt in der Steuererklärung angeben. Das Programm führt dich durch alle relevanten Fragen zur beruflichen Nutzung von Kommunikationsmitteln.

Weitere offizielle Informationen zum Telekommunikationsrecht und Verbraucherrechten beim Handyvertrag findest du bei der Bundesnetzagentur sowie beim Bundesministerium der Justiz.

Viele Menschen machen beim Thema Handyvertrag vermeidbare Fehler, die sie unnötig Geld kosten:

Vertrag automatisch verlängern lassen ohne Prüfung: Viele Laufzeitverträge verlängern sich automatisch, wenn man nicht rechtzeitig kündigt. Notiere das Ende der Mindestlaufzeit in deinem Kalender und prüfe rechtzeitig, ob ein besseres Angebot verfügbar ist.

Zu viel Datenvolumen bezahlen: Viele Menschen zahlen für 20 oder 30 GB, verbrauchen aber nie mehr als 5 GB. Überprüfe deinen tatsächlichen Verbrauch und wähle einen passenden Tarif.

Keine Drittanbieter-Sperre: Ohne Drittanbieter-Sperre können versehentlich abonnierte Dienste erhebliche Kosten verursachen. Lass beim Abschluss immer eine Drittanbieter-Sperre aktivieren.

Anschlussgebühr nicht verhandelt: Die Anschlussgebühr ist in vielen Fällen verhandelbar. Frag danach – viele Anbieter erlassen sie ohne weiteres.

Roaming-Kosten außerhalb der EU nicht im Blick: Wer im Nicht-EU-Ausland sein deutsches Handy unachtsam nutzt, kann mit erheblichen Roaming-Kosten konfrontiert werden. Informiere dich vor der Reise über die Konditionen oder kaufe vor Ort eine lokale SIM-Karte.

Kündigung formell falsch: Eine mündliche Kündigung per Telefon ist in der Regel nicht ausreichend. Kündige immer schriftlich und bewahre einen Nachweis über die Kündigung auf.

Der richtige Handyvertrag in Deutschland hängt von deinen individuellen Bedürfnissen ab – Datenvolumen, Netzqualität, Flexibilität und Budget spielen alle eine Rolle. Wer regelmäßig vergleicht, rechtzeitig kündigt und auf versteckte Kosten achtet, kann erheblich Geld sparen. Für Expats empfehlen sich zunächst Prepaid-Karten oder Monatsverträge, bis eine SCHUFA-Geschichte aufgebaut wurde. Einen umfassenden und aktuellen Tarifvergleich für alle Mobilfunkangebote in Deutschland findest du bei CHECK24 – dort lassen sich in wenigen Minuten hunderte von Tarifen nach deinen persönlichen Kriterien vergleichen und direkt abschließen. Bei rechtlichen Streitigkeiten mit dem Anbieter hilft KS Auxilia mit kompetentem Rechtsschutz. Und wer die berufliche Nutzung seines Smartphones steuerlich optimal geltend machen möchte, erledigt das schnell und einfach mit WISO Steuer.

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