
- Was ist das Bürgergeld?
- Die Regelsätze 2026
- Wer hat Anspruch auf Bürgergeld?
- Vermögen und Ersparnisse — was ist erlaubt?
- Schritt für Schritt: Bürgergeld beantragen
- Zuverdienst beim Bürgergeld — das ist erlaubt
- Die Reform ab Juli 2026 — Bürgergeld wird Grundsicherungsgeld
- Bürgergeld für Expats in Deutschland
- Zusätzliche Leistungen neben dem Regelsatz
- Fazit: Bürgergeld beantragen lohnt sich — keine falsche Scham
Das Bürgergeld ist Deutschlands wichtigstes Sicherheitsnetz für Menschen die ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten können. Und 2026 gibt es eine wichtige Neuerung: Das Bürgergeld wird umgebaut.
Der Bundestag hat am 5. März 2026 die von der Bundesregierung geplante Umgestaltung des Bürgergelds zu einer neuen Grundsicherung beschlossen. Das Gesetz tritt im Sommer in Kraft. German Bundestag
Was sich ändert, was gleich bleibt und wer Anspruch hat — dieser Guide erklärt alles.
Was ist das Bürgergeld?
Das Bürgergeld ist eine staatliche Leistung für Menschen, die nicht genug Geld für ihren Lebensunterhalt haben, grundsätzlich arbeiten können, aber kein Arbeitslosengeld erhalten. Finanztip
Es hat seit 2023 das frühere Arbeitslosengeld II — umgangssprachlich „Hartz IV“ — abgelöst und soll das Existenzminimum sichern. Das Bürgergeld ist kein Kredit, sondern ein staatlicher Zuschuss der nicht zurückgezahlt werden muss.
Die Regelsätze 2026
Die Regelsätze in der Sozialhilfe und im Bürgergeld bleiben auch 2026 unverändert. Alleinstehende etwa erhalten weiterhin 563 Euro im Monat. Bundesregierung
Übersicht Regelsätze 2026:
| Personengruppe | Regelsatz/Monat |
|---|---|
| Alleinstehende Erwachsene | 563 € |
| Partner in Bedarfsgemeinschaft | 506 € (je Person) |
| Jugendliche 14-17 Jahre | 471 € |
| Kinder 6-13 Jahre | 390 € |
| Kinder 0-5 Jahre | 357 € |

Zusätzlich zum Regelsatz übernimmt das Jobcenter die Kosten für Unterkunft und Heizung sowie die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge.
Eine alleinstehende Person in einer mittelgroßen Stadt erhält neben dem Regelsatz von 563 Euro noch etwa 400 bis 550 Euro für Miete und Heizung — also insgesamt rund 960 bis 1.110 Euro monatlich. Anleitungsportal
Wer hat Anspruch auf Bürgergeld?
Du hast Anspruch auf Bürgergeld, wenn du älter als 15 Jahre alt bist, das Renteneintrittsalter noch nicht erreicht hast und diese drei Voraussetzungen erfüllst: Erwerbsfähigkeit, Bedürftigkeit und Wohnsitz in Deutschland. Finanztip
Erwerbsfähigkeit: Du musst mindestens 3 Stunden täglich arbeiten können. Wer dauerhaft eingeschränkt ist, hat möglicherweise Anspruch auf Grundsicherung bei Erwerbsminderung — nicht Bürgergeld.
Bedürftigkeit: Ob du hilfebedürftig bist, das prüfen die Jobcenter. Dazu vergleichen sie dein Einkommen mit den Bürgergeld-Leistungen. Ist dein Einkommen niedriger als die Bürgergeld-Leistungen, besteht Hilfebedürftigkeit. Das Jobcenter zahlt dann den Differenzbetrag. DGB
Wichtig: Du musst nicht arbeitslos sein, um Bürgergeld bekommen zu können. Finanztip Auch wer arbeitet aber zu wenig verdient, kann aufstockendes Bürgergeld erhalten.
Vermögen und Ersparnisse — was ist erlaubt?
Das ist eine der wichtigsten Fragen. Darf man Ersparnisse haben und trotzdem Bürgergeld beziehen?
Im ersten Jahr, in dem Sie Bürgergeld bekommen, dürfen Sie ein Vermögen von 40.000 Euro haben. Diese Zeit heißt Karenzzeit. Danach darf Ihr Vermögen nicht höher als 15.000 Euro sein. Jede weitere Person in einer Bedarfsgemeinschaft darf ebenfalls bis zu 15.000 Euro Vermögen haben. Familienratgeber
Aber Achtung — ab Juli 2026 ändern sich die Vermögensgrenzen: Wer vor dem 1. Juli 2026 einen Antrag stellt, genießt noch die volle Karenzzeit. Bis zu 40.000 Euro Vermögen bleiben anrechnungsfrei. Künftig gelten wieder altersabhängige Freibeträge statt pauschaler Grenzen. Immolister
Nicht als Vermögen angerechnet werden: selbst bewohntes Eigenheim, angemessenes Kfz, Altersvorsorgeprodukte (z.B. Rürup-Rente) und Gegenstände des täglichen Bedarfs.

Schritt für Schritt: Bürgergeld beantragen
Schritt 1 — Zum Jobcenter gehen
Zuständig für die Bearbeitung und Auszahlung des Bürgergeldes ist das Jobcenter an deinem Wohnort. In Deutschland gibt es über 400 Jobcenter. Anleitungsportal
Schritt 2 — Unterlagen vorbereiten
Damit dein Antrag zügig bearbeitet werden kann, solltest du folgende Dokumente bereithalten: Personalausweis oder Reisepass mit Meldebescheinigung, Mietvertrag, Einkommensnachweise wie Lohnabrechnungen oder Rentenbescheide sowie Nachweise über Vermögen wie Sparbücher, Depotauszüge und Lebensversicherungen. Anleitungsportal
Schritt 3 — Antrag stellen
Den Antrag kannst du online, schriftlich oder persönlich beim Jobcenter stellen. Das Bürgergeld wird ab dem Monat der Antragstellung bewilligt — es gibt keine rückwirkende Zahlung.
Schritt 4 — Folgeantrag rechtzeitig stellen
Ab dem Monat der Antragstellung wird das Bürgergeld in der Regel für die Dauer von zwölf Monate bewilligt. Nach Ablauf des Bewilligungszeitraums muss ein Folgeantrag gestellt werden. Bürgergeld
Zuverdienst beim Bürgergeld — das ist erlaubt
Wer arbeitet aber trotzdem Bürgergeld erhält, darf einen Teil des Einkommens behalten:
- Bis 100 Euro monatlich: vollständig anrechnungsfrei
- 100 bis 520 Euro: 20% werden anrechnungsfrei gestellt
- 520 bis 1.000 Euro (bei Kindern bis 1.200 Euro): weitere 10% anrechnungsfrei
Das soll Arbeit attraktiv machen und den schrittweisen Ausstieg aus dem Bürgergeld fördern.
Die Reform ab Juli 2026 — Bürgergeld wird Grundsicherungsgeld
Zum 1. Juli 2026 will die Bundesregierung das Bürgergeld in Grundsicherungsgeld umbenennen und reformieren. Mit der Umbenennung sollen Reformen zum Teil rückgängig gemacht werden und es soll deutlich verschärfte Sanktionen geben. Betanet
Was sich ab Juli ändert:
Verschärfte Sanktionen: Der vorliegende Gesetzentwurf sieht strengere Mitwirkungspflichten und Sanktionen vor. Bürgergeld Wer Maßnahmen ablehnt oder Termine versäumt, riskiert höhere Kürzungen als bisher.
Geänderte Vermögensgrenzen: Die pauschale Karenzzeit-Regelung (40.000 Euro im ersten Jahr) wird durch altersabhängige Freibeträge ersetzt.
Was gleich bleibt: Die Regelsätze 2026 bleiben unverändert. Bürgergeld Die Höhe des Bürgergeldes ändert sich also nicht.
Bürgergeld für Expats in Deutschland
Auch Ausländer mit rechtmäßigem Aufenthalt in Deutschland können grundsätzlich Bürgergeld beantragen — wenn sie die allgemeinen Voraussetzungen erfüllen. EU-Bürger haben nach einer gewissen Aufenthaltsdauer denselben Anspruch wie Deutsche. Für Nicht-EU-Bürger gelten zusätzliche Regelungen abhängig vom Aufenthaltstitel.
Wichtig: Du musst in Deutschland wohnen und deinen gewöhnlichen Aufenthaltsort hier haben. Deutsche im Ausland können dauerhaft kein Bürgergeld beziehen. Finanztip
Zusätzliche Leistungen neben dem Regelsatz
Neben dem Regelsatz gibt es weitere Leistungen:
Mehrbedarf: Alleinerziehende erhalten einen Aufschlag von bis zu 36% des Regelsatzes. Schwangere ab der 13. Schwangerschaftswoche erhalten 17% Mehrbedarf.
Bildungspaket: Die Unterstützung für den persönlichen Schulbedarf beträgt im ersten Schulhalbjahr 2026 weiterhin 130 Euro und im zweiten Schulhalbjahr 65 Euro. Bundesregierung
Weiterbildungsbonus: Wenn du an einer abschlussbezogenen Weiterbildung teilnimmst, erhältst du zusätzlich 150 Euro monatlich als Weiterbildungsgeld. Für die Teilnahme an anderen Maßnahmen zur Eingliederung gibt es einen Bonus von 75 Euro monatlich. Anleitungsportal
Fazit: Bürgergeld beantragen lohnt sich — keine falsche Scham
Das Bürgergeld ist ein staatliches Recht — kein Almosen. Wer die Voraussetzungen erfüllt, sollte es beantragen. Viele Menschen lassen Ansprüche verfallen weil sie nicht wissen dass sie berechtigt sind.
Besonders wichtig: Wer vor dem 1. Juli 2026 einen Antrag stellt, profitiert noch von der bisherigen Karenzzeit-Regelung von bis zu 40.000 Euro Schonvermögen. Nach Juli gelten strengere Regeln.