
- Die Fristen 2026 — pass auf diese Daten auf
- Was ist neu in 2026?
- Was kannst du absetzen? Die wichtigsten Kategorien
- Wer muss Steuererklärung abgeben?
- So machst du die Steuererklärung
- Steuererklärung für Expats in Deutschland
- Checkliste: Belege die du sammeln solltest
- Fazit: Die Steuererklärung lohnt sich fast immer
Du solltest immer deine Steuererklärung machen weil es in den meisten Fällen Geld vom Finanzamt zurückgibt — im Schnitt 1.172 Euro. Finanztip
Trotzdem geben Millionen Menschen in Deutschland keine freiwillige Steuererklärung ab und verschenken damit bares Geld. Dieser Guide erklärt dir alles was du für 2026 wissen musst — Fristen, Neuerungen und was du konkret absetzen kannst.
Die Fristen 2026 — pass auf diese Daten auf
Die Steuererklärung die du jetzt abgibst ist für das Steuerjahr 2025:
Wer seine Steuer selbst erledigt muss die Erklärung spätestens bis zum 31. Juli 2026 beim zuständigen Finanzamt einreichen. Finanz
Lässt du dich von einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein unterstützen verlängert sich die Frist in der Regel automatisch bis 1. März 2027. Finanztip
Freiwillige Abgabe — 4 Jahre Zeit: Wer nicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet ist kann die Steuererklärungen rückwirkend für die letzten vier Jahre einreichen. Raisin
Jetzt noch nachholen — Achtung Frist: Steuerjahr 2022: Die Frist läuft bis 31. Dezember 2026. Du hast noch das ganze Jahr. Wer also bisher gar nichts eingereicht hat kann im Jahr 2026 für drei volle Steuerjahre gleichzeitig eine Erklärung nachreichen. Bei einer durchschnittlichen Erstattung von über 1.000 Euro pro Jahr ergibt das im besten Fall gut 3.000 Euro auf einmal. Netzwelt
Verspätungszuschlag: Wird die Frist überschritten erhebt das Finanzamt automatisch einen Verspätungszuschlag. Dieser liegt bei mindestens 25 Euro pro angefangenem Monat. Finanz

Was ist neu in 2026?
Im Steuerjahr 2026 treten einige Neuerungen in Kraft: Der steuerliche Grundfreibetrag steigt auf 12.348 Euro was bedeutet dass ein höherer Teil des Einkommens steuerfrei bleibt. Steuerzahler-schleswig-holstein
Pendlerpauschale — große Änderung: Die Pendlerpauschale wird 2026 einheitlich auf 38 Cent ab dem ersten gefahrenen Kilometer erhöht. Bisher galt dieser Satz erst ab dem 21. Kilometer. BforBank
Das bedeutet: Auch Kurzpendler profitieren jetzt vom höheren Satz.
Homeoffice-Pauschale: Vergessen Sie bei Ihrer Steuererklärung 2026 nicht die Homeoffice-Pauschale von 6 Euro pro Arbeitstag für maximal 210 Tage im Jahr was einer Jahrespauschale von 1.260 Euro entspricht. BforBank
Werbungskosten-Pauschale: Die Werbungskosten-Pauschale bleibt 2026 mit 1.230 Euro gleich aber Sie können jetzt Ihre Beiträge zur Gewerkschaft generell geltend machen. BforBank
Was kannst du absetzen? Die wichtigsten Kategorien
1. Werbungskosten — alles rund um die Arbeit
Werbungskosten sind beruflich bedingte Ausgaben. Du bekommst automatisch 1.230 Euro Pauschale — lohnt sich also erst wenn deine tatsächlichen Kosten darüber liegen.
Pendeln: Sammeln Sie alle Fahrten sorgfältig — die Pendlerpauschale von 38 Cent gilt jetzt ab dem ersten Kilometer. BforBank
Formel: Kilometer (einfache Strecke) × 38 Cent × Arbeitstage = absetzbarer Betrag
Homeoffice: 6 Euro pro Tag × max. 210 Tage = bis zu 1.260 Euro ohne Nachweise.
Arbeitsmittel: Laptop, Software oder Online-Seminare zählen zu den absetzbaren Kosten — alles was Sie für die berufliche Tätigkeit einsetzen gilt grundsätzlich als Arbeitsmittel. BforBank
Weiterbildung: Kurse, Bücher, Fachliteratur für den Beruf.
Gewerkschaftsbeiträge: 100% absetzbar als Werbungskosten.
Arbeitszimmer: Wird nur teilweise von zu Hause gearbeitet sind die anteiligen Mietkosten für das Arbeitszimmer bis zu einem Maximum von 1.260 Euro im Jahr steuerlich absetzbar. Raisin
2. Sonderausgaben — private Vorsorge und mehr
Krankenversicherung: GKV- und PKV-Beiträge sind in der Regel vollständig absetzbar.
Altersvorsorge: Bei der Rürup-Rente können 2026 bis zu 30.826 Euro abgesetzt werden von denen das Finanzamt 100 Prozent anerkennt. Raisin
Spenden: Bis zu 20% des Gesamtbetrags der Einkünfte sind als Sonderausgaben absetzbar.
Kirchensteuer: Vollständig als Sonderausgabe absetzbar.
Unterhaltszahlungen: An den Ex-Partner bis zu 13.805 Euro absetzbar (mit Zustimmung des Empfängers).
3. Außergewöhnliche Belastungen
Hohe Kosten die du nicht vermeiden konntest und die die zumutbare Eigenbelastung übersteigen:
- Krankheitskosten die die Krankenkasse nicht erstattet hat
- Behinderungsbedingte Kosten
- Pflegekosten für Angehörige
- Bestattungskosten
4. Haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerker
Haushaltshilfe, Reinigungsdienste: 20% der Lohnkosten bis max. 4.000 Euro Steuerersparnis direkt absetzbar.
Handwerkerleistungen: 20% der Lohnkosten bis max. 1.200 Euro Steuerersparnis pro Jahr — nur der Lohnanteil nicht Material.
Wichtig: Nur per Überweisung bezahlt zählt — keine Barzahlung!
5. Sparerpauschbetrag
Mit der Erteilung eines Freistellungsauftrags können über den Sparerpauschbetrag Steuern eingespart werden. Damit bleiben pro Jahr 1.000 Euro bei Einzelveranlagung beziehungsweise 2.000 Euro bei Ehegatten steuerfrei. Raisin
Wenn du das noch nicht gemacht hast: Sofort bei deiner Bank einen Freistellungsauftrag stellen — sonst zahlst du 25% Abgeltungssteuer auf Zinsen und Dividenden die steuerfrei wären.
Wer muss Steuererklärung abgeben?
Pflicht zur Abgabe wenn: Die Abgabe ist Pflicht wenn einer der folgenden Punkte zutrifft: Erhalt von Einkünften ohne Lohnsteuerabzug von mehr als 410 Euro pro Jahr zum Beispiel durch Kurzarbeit, Arbeitslosengeld oder Elterngeld. Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften mit der Steuerklassenkombination III/V oder IV/IV mit Faktor. Raisin
Außerdem: Selbstständige, Freiberufler, Personen mit Nebenjob über 410 Euro, Vermieter, Personen mit mehreren Arbeitgebern gleichzeitig.
Freiwillige Abgabe: Arbeitnehmer ohne besondere Umstände müssen keine Steuererklärung abgeben — aber es lohnt sich fast immer.
So machst du die Steuererklärung
Option 1: ELSTER — kostenlos Das offizielle Finanzamtsportal (elster.de) ist kostenlos und deckt alle Fälle ab. Etwas komplex in der Bedienung aber 100% kostenfrei.
Option 2: Steuersoftware Finanztip empfiehlt für das Steuerjahr 2024 für alle Fälle WISO Steuer — als App und am Computer. Besonders überzeugt hat Finanztip zudem in der Kategorie Apps für einfache Fälle das kostenlose Check24 Steuer. Finanztip
Weitere gute Apps: Taxfix, Smartsteuer, Steuergo — alle führen durch Fragen und berechnen die Erstattung vor der Abgabe.
Option 3: Lohnsteuerhilfeverein Für Arbeitnehmer mit einfachen bis mittleren Steuerfällen — günstiger als ein Steuerberater, Mitgliedschaft ca. 50–150 Euro/Jahr.
Option 4: Steuerberater Bei komplexen Fällen: Selbstständigkeit, Auslandsbezüge, Vermietung, Kapitalerträge. Verlängert die Frist bis März 2027.
Steuererklärung für Expats in Deutschland
Als Expat in Deutschland gibt es einige Besonderheiten:
Beschränkte vs. unbeschränkte Steuerpflicht: Wer seinen Wohnsitz in Deutschland hat ist unbeschränkt steuerpflichtig — das Welteinkommen muss in Deutschland angegeben werden (ggf. mit Anrechnung ausländischer Steuern durch Doppelbesteuerungsabkommen).
Einkommen aus dem Ausland: Ausländisches Einkommen muss in der deutschen Steuererklärung angegeben werden — in der Anlage AUS. Ob es doppelt besteuert wird hängt vom jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Deutschland und deinem Heimatland ab.
Sprache: Die Steuererklärung muss auf Deutsch eingereicht werden. Steuersoftware wie WISO Steuer bietet Erklärungen auf Englisch an. Ein Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater mit Expat-Erfahrung ist bei komplexen Fällen empfehlenswert.
Steuernummer vs. Steuer-ID: Die Steueridentifikationsnummer (11-stellig) bekommst du automatisch nach der Anmeldung per Post. Die Steuernummer vergibst das Finanzamt wenn du zum ersten Mal eine Steuererklärung abgibst.
Doppelbesteuerungsabkommen (DBA): Deutschland hat mit fast 100 Ländern DBA abgeschlossen. Sie regeln welches Land welche Einkommensart besteuern darf und vermeiden Doppelbesteuerung.
Checkliste: Belege die du sammeln solltest
Für Werbungskosten:
- Fahrtenbuch oder Kilometer-Aufzeichnungen zur Arbeit
- Rechnungen für Arbeitsmittel (Laptop, Headset, Bürostuhl)
- Kursgebühren für berufliche Weiterbildung
- Homeoffice-Tage (Kalender oder Aufzeichnung)
Für Sonderausgaben:
- Jahresbescheinigung der Krankenkasse (KV-Beiträge)
- Spendenquittungen
- Kirchensteuerbescheinigung (im Lohnausweis enthalten)
- Rentenversicherungsbeiträge (Jahresbescheinigung)
Grundlegende Dokumente:
- Lohnsteuerbescheinigung (vom Arbeitgeber, kommt automatisch)
- IBAN für die Rückerstattung
Dem Finanzamt musst du die Belege erst vorlegen wenn es sie sehen will. Standardmäßig gibst du deine Steuererklärung ohne Belege ab. Wenn das Finanzamt Nachweise verlangt musst du diese einreichen. Buhl
Fazit: Die Steuererklärung lohnt sich fast immer

Die Zahlen des Statistischen Bundesamts sprechen eine deutliche Sprache: Für eine deutliche Mehrheit lohnt sich die Steuererklärung. Das widerlegt die oft gehörte Behauptung dass sich eine Steuererklärung nicht lohnen würde. Finanztip
Durchschnittlich 1.172 Euro zurück — das ist Geld das du dir bereits verdient hast und das der Staat vorläufig einbehalten hat. Mach deine Steuererklärung. Jetzt.
Und wer in den letzten Jahren keine gemacht hat: Im Jahr 2026 kannst du für drei volle Steuerjahre gleichzeitig eine Erklärung nachreichen. Bei einer durchschnittlichen Erstattung von über 1.000 Euro pro Jahr ergibt das im besten Fall gut 3.000 Euro auf einmal. Netzwelt